Typhoon ist neben Oki Doki die neueste Achterbahn im Bobbejaanland bei Kasterlee (Nordbelgien). Auf dem Gelände, auf dem von 1979 – 2004 die legendäre Schwarzkopf-Achterbahn „Looping Star“ stand, wurde eine Achterbahn aus dem Hause Gerstlauer gebaut, die man getrost als würdigen Nachfolger ansehen kann.
Schon vom Parkeingang aus sticht der große Vertikallooping ins Auge, der direkt nach der ersten Abfahrt durchfahren wird. Die Bahn stellt eine Weltneuheit dar aufgrund des Vertikalliftes und der 97 Grad steilen Abfahrt – das ist steiler als die Senkrechte! Das Bobbejaanland hat ca. 5 Mio. Euro in die Bahn investiert, die vom Münchner Ingenieurbürp Stengel geplant und konstruiert wurde. Es handelt sich dabei um den Typ „Euro Fighter“, eine ähnliche Bahn findet man mit „Vild Svinet“ im dänischen BonBon-Land. Da Züge für den Vertikallift viel zu unbeweglich wären, fährt man die Strecke in 8-sitzigen Wagen ab, die in 2 Reihen zu je 4 Personen angeordnet sind.
Die Wagen bieten besonders in der ersten Reihe eine wunderbare Sicht auf die Strecke und da sie vorne sehr flach abschließen (Kniehöhe), sitzt man sehr offen und kann die Fahrt noch intensiver erleben. Da die Wagen so kurz sind, bieten sie auch eine extreme Wendigkeit, welche außergewöhnliche Streckenelemente erlaubt.
Nachdem man in einem der bequemen Schalensitze Platz genommen hat und der Schulterbügel geschlossen ist, geht es durch eine Rechtskurve hinaus auf den Vertikallift. Es ist schon recht ungewohnt, senkrecht nach oben zu fahren, zumal der Wagen mitten auf dem Lift seine Geschwindigkeit auf wenige cm / s verlangsamt, um Abstand zum vorausfahrenden Wagen zu bekommen. Ca. 5m vor der Kuppe beschleunigt der Kettenlift plötzlich wieder und wenige Augenblicke später ist man auch schon an der Spitze angekommen. Man fährt über die Kuppe hinüber und guckt plötzlich senkrecht nach unten.
Dieser Moment währt jedoch nicht lange, denn sofort rast man 25m nach unten und fährt mit 80 km/h in den Vertikallooping. Nach dem Looping geht es sofort wieder hinauf auf 20m Höhe und nach 2 Rechtskurven folgt eine weitere Überschlagskombination in Form von 2 Heartline-Rolls. Hierbei dreht sich der Wagen um eine gedachte Linie, die in Höhe des Herzens der Fahrgäste verläuft. Dadurch hat man eine minimale Belastung für das Gehirn. Die beiden Rollen werden butterweich durchfahren und man erlebt dabei annähernd Schwerelosigkeit. Danach nimmt der Wagen wieder Fahrt auf und es geht durch ein ca. 18m tiefes Tal, in dem man noch einmal kräftig in den Sitz gepresst wird.
Nachdem man sich wieder auf Ausgangshöhe befindet, führt die Strecke auf einer quer durch die Konstruktion verlaufenden Geraden nach unten. Die Talfahrt mündet schließlich in einer 540 Grad-Aufwärtshelix, die sich durch eine beeindruckende Querneigung von bis zu 78 Grad auszeichnet.
Kaum hat man sich von der Kreisfahrt erholt, folgt auch schon das vierte und letzte Überschlagselement, nämlich eine letzte Heartline-Roll, die mit mäßiger Geschwindigkeit durchfahren wird und somit noch einmal in vollen Zügen genossen werden kann. Sozusagen als Finale folgt ein rechtsherum abwärts führender Horizontallooping, in dem man noch einmal den Fahrtwind im Gesicht spürt. Eine solche Fahrfigur bietet z.B. auch der Euro-Star. Auf der Schlussgeraden befindet sich eine Wirbelstrombremse, die die Wagen sanft und verschleißfrei abbremst.
Technische Daten
Ersteröffnung 2004
Hersteller Gerstlauer
Länge 670 m
Höhe 26 m
Höchstgeschwindigkeit 80 km/h
Wagen 8
Sitze/Wagen 8
Liftsystem Kette
Inversionen Vertikaler Looping,
3x Heartline Roll
Alles in allem bietet Typhoon ungeheuren Fahrspaß für Gäste jeden Alters. Dadurch, dass die Bahn auf die Fläche des Looping Star passen musste, musste auch das Layout kompakt gehalten werden. Der begrenzte Raum wurde jedoch voll ausgenutzt, und es wurde eine interessante und abwechslungsreiche Strecke geschaffen, in der sich Überschlagselemente und schnelle Streckenteile aneinander reihen. Durch die häufigen Richtungs- und Geschwindigkeitswechsel wird die Bahn auch nach mehreren Runden nicht langweilig und fährt sich sehr angenehm ohne Schläge.
Das Bobbejaanland hat mit dieser Bahn das richtige Händchen bewiesen und eine innovative Attraktion gebaut, die bei den großen und kleinen Besuchern sichtlich sehr gut ankommt.


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